Gemeindegrabstelle

auf dem Friedhof Ohlsdorf, direkt neben dem Wasserturm (im Bereich der Kapelle 10, M25/216-233 und N25/50-67)

Alles hat seine Zeit

Ein jegliches hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde
Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit
Pflanzen hat seine Zeit und ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit. …
Weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit,
klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit.
(Prediger 3)

Kaum noch ihre Zeit hat die Frage, wo ich denn nach dem Tod beheimatet bin. Ganz real: welche Grabstätte soll es sein? Und darf ich jemandem zumuten, sie zu pflegen?

Die Familie ist nicht mehr um mich, …wenn ich noch Familie habe. Was ist die Lösung? Anonyme Beisetzung? Zu Lande? Auf See? Im Friedwald? Warum stäubt sich alles in mir, mich auf diese Weise „entsorgen“ zu lassen?

Als die Idee aufkam, eine Grabstätte für St. Markus zu erwerben, weil sich viele Menschen der Gemeinde verbunden fühlen, konnten wir nicht ahnen, welche Emotionen wir damit auslösen.  Menschen sind erleichtert, weil es einen Platz für sie gibt. Über den Tod hinaus. Einen Ort an dem mein Name aufbewahrt wird, ein Ort an dem Kinder, Enkel und Freunde meiner gedenken können. Ein Stück Hoheluft, ein Stück Heimat, ein Stück St. Markus, ein Stück Familie für die Zeit danach.

Das Versprechen, dass die Gemeinde sich um diese Grabstätte mit kümmert, ist eine große Erleichterung. „Wir sind ein Leib“, eine Gemeinde, alle Glieder eines Leibes – diese Theologie des Paulus (1.Kor. 12) – verbindet. Auch über den Tod hinaus. Nun gibt es eine mögliche Antwort auf die quälenden Frage: Was passiert, wenn meine Zeit gekommen ist?

Alles hat seine Zeit. Und nun gibt es für das Ende meiner Zeit einen Ort. Einigen ist es wohler zu wissen, dass er oder sie als Glied unserer Gemeinde nun auch über den Tod hinaus bedacht, geehrt, besucht und nicht vergessen wird.