Unser Konzept

 

Freies Spiel und strukturiertes Angebot sind gleichberechtigte Lernformen in unserem Haus. Wir möchten die uns anvertrauten Kinder auf dem Weg in die Selbständigkeit begleiten und fördern. Dabei stehen die Ausbildung lebenspraktischer, aber vor allem sozialer, emotionaler und motorischer Kompetenz im Vordergrund. „Unsere“ Kinder sollen sich selbst, die Gemeinschaft mit Anderen und ihre Umwelt wahrnehmen, erleben, verarbeiten und gestalten, um so ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln.
Wir entlassen die Kinder so gut vorbereitet in die Schule. Ein fester Tagesablauf gibt den Kindern Sicherheit, ein abwechslungsreiches und in Teilen eigenverantwortlich zu gestaltendes Programm fördert und fordert. Spiel- und Kreativangebote, Musik und Rhythmik, Bewegungsangebote, Englisch, Religionspädagogik, wöchentliche Waldtage, Turnen, sowie Projekte, Ausflüge, Feste und Feiern.

Unsere Räume – unser Gelände
Das Kindertagesheim verfügt über anregend gestaltete Gruppenräume mit verschiedenen Angebotsbereichen, einen bespielbaren Eingangsbereich, eine Gymnastikhalle, einen Bewegungsraum, einen Mehrzweckraum, Kuschel- und Ruhebereiche. Bei uns herrscht unter Wahrung einiger Regeln Freizügigkeit für die Kinder, d.h. sie können sich im Haus und auf dem umzäunten Außengelände frei bewegen und sich ihre Spiel-Räume erobern.
Unser großzügiges Außengelände rund um die Kirche bietet viel frische Luft. Ein kleiner Bolzplatz, ein Baumhaus, ein Spielberg, eine Wassermatschanlage, ein Kletterseilgarten, Hochbeete stehen neben Sandkasten, Rutsche und Schaukeln bereit, um den Tag zum Erlebnis werden zu lassen. Wo können sich Kinder in einer Stadt sonst schon so entfalten?

Religionspädagogik
Unser Kindertagesheim liegt zwischen Kirche und Gemeindehaus, wir sind ans Kirchengebäude „drangewachsen“. Wir haben von unserer Eingangshalle aus einen direkten Durchgang zur Kirche. Diese architektonische und räumliche Nähe ist Sinnbild für die inhaltliche Arbeit.
Pastorin Christine Halisch feiert mit uns jeden Montag (außer in den Ferien), um 9.00 Uhr eine Andacht in der Kirche, zu der nicht nur Kinder und Mitarbeitende kommen, sondern auch Eltern, Großeltern und Geschwister herzlich eingeladen sind. Hier steht immer eine biblische Geschichte im Mittelpunkt.
Freitags im „Regenbogenkreis“ mit Diakonin Sabine Simon, lernen wir Jesus kennen und suchen gemeinsam nach Antworten auf die Frage „Wie ist Gott und wie können seine Menschenkinder gut miteinander leben?“ Wir thematisieren Teilen und Gemeinschaft, Liebe und Leben, Streit und Versöhnung, Kirchenfeste und Personen der Kirchengeschichte, wer Gott sein könnte und wie wir etwas von ihm spüren können. Wir sammeln in dieser Runde auch jedes Mal für unseren Partnerkindergarten in Uyole/Tansania.
Religionspädagogische Angebote und das Vorleben eines wertschätzenden, christlichen Umgangs miteinander verschaffen Kindern eine Vorstellung davon, was Kirche und Glaube ist, was christliche Gemeinschaft bedeutet.

Unsere Küche
Wir kochen täglich frisch, mit kontrollierten, teilweise aus biologischem Anbau stammenden Zutaten. Alle Kinder können in angenehmer Atmosphäre im Kinderrestaurant speisen. Unsere Mahlzeiten (Salat/Rohkost, ein Hauptgericht: 1x in der Woche Fleisch/Fisch, ansonsten vegetarisch, abwechslungsreicher Nachtisch) zeichnen sich besonders dadurch aus, dass Produkte täglich frisch, kindgerecht und abwechslungsreich zubereitet werden. Alltägliches, besonderes, typisches Kinderessen, aber auch „Neues“ kommt auf den Tisch. Da macht essen Spaß.

Elternbeteiligung
Die Eltern sind unsere wichtigsten PartnerInnen. Mit Ihnen zusammen wollen wir für jedes Kind unserer Einrichtung möglichst optimale Spiel-und Lernbedingungen schaffen. 
Elternmitarbeit anlässlich eines Festes oder bei Ausflügen – jede und jeder mag sich nach ihren / seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten einbringen.
Mitbestimmung ist möglich über die Wahrnehmung eines Amtes als ElternvertreterIn oder im Kindertagesheim-Ausschuss.

Unsere Gemeinde – Ihre Gemeinde
Das Leben der St. Markus Kirchengemeinde ist bunt und lädt alle Kinder und Familien über den Besuch des Kindertagesheims hinaus zu einem bunten Programm ein: Kindergottesdienst, Spielgruppen, Kinderchöre, Pfadfinderarbeit, und jede Menge spannende Angebote für Erwachsene – sicher ist auch etwas für Sie dabei. Schauen Sie in unseren Gemeindebrief oder im Internet unter www.stmarkushoheluft.de Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Bildung im KTH
Vorschulische Bildung in unserem KTH ist selbstverständlich. Allerdings beginnt sie nicht mit Vorschulgruppen für die 5 1/2jährigen Kinder im Haus, sondern für alle Kinder ab 3 Jahren. Bildung ist mehr als kognitive Leistung! Wir versuchen, die Kompetenzen der Kinder auf möglichst vielen Gebieten so zu fördern und zu fordern, dass sie zu selbständigen Persönlichkeiten heranwachsen und in der Schule einen guten Start als schulfähige Kinder haben. Die Rückmeldungen aus den Schulen bestärken uns darin, dass wir unser Ziel erreichen.
Gemäß unseres Leistungsangebotes fördern und fordern wir die Kinder zwischen 3 und 6 Jahren grundsätzlich in folgenden Bereichen:

Kommunikation / Sprache
– Geschichten lesen und erzählen
– miteinander reden, sich Zeit nehmen, zuhören
– Lieder singen und lernen
– deutliches Vorsprechen, richtig wiederholen (anstatt zu korrigieren)
– Sprachentwicklungsverzögerungen bzw. –störungen erkennen und benennen
– Sprache / Wortschatz / Aussprache fördern und erweitern, Dinge benennen können
– Aufträge und Anweisungen verstehen
– reimen

soziale u. emotionale Kompetenz
– Wahrnehmen, Achten, Thematisieren und Umgehen mit den eigenen und fremden Stimmungen und Gefühlen
– gemeinsames Suchen und Ausprobieren: was tun bei Traurigkeit, Wut, Angst…
– aktuelle Situationen aufgreifen und betrachten
– Bilderbücher besprechen
– Gefühle kreativ ausdrücken: malen, Rollenspiel, …
– Aggressionsabbau / körperlich „Dampf“ ablassen

fein- und grobmotorische Kompetenz / Bewegung
– malen, tuschen
– schneiden, reißen
– basteln
– schminken
– Holzbearbeitung
– Lego und andere Bauspiele
– Steck- und Hämmerchenspiel
– Ball / Fußball spielen / Regelspiele
– Bewegungsspiele
– klettern, laufen, schaukeln, balancieren, rückwärtsgehen usw.
– psychomotorische Angebote / Turnen

lebenspraktische Kompetenz /Selbständigkeit
– an- und ausziehen
– Toilettengang
– Händewaschen
– Frühstück bereiten, Tisch decken, abräumen
– Nase putzen

kognitive Kompetenz
– Konzentration
– Erkennen von (logischen) Zusammenhängen
– zählen und Mengen erfassen
– Experimente, Projekte
– Förderung der altersgemäßen Allgemeinbildung (z.B. woher kommt die Milch?)
– Berufe, Institutionen und Organisationen – z.B. Feuerwehr – kennen lernen)
– Erkennen und Benennen von Gegenständen und deren sachgemäßer Verwendung
– Erkennen und Benennen von Pflanzen und Tieren

religionspädagogische Angebote
– kennen von Personen und Geschichten der Bibel
– die Bedeutung und Gestaltung christlicher Feste kennen
– Lieder und Gebete, Segenswort(e)
– Fragen stellen nach Gott und der Welt, angemessene Antworten suchen/finden
– einen aktiven, lebendigen Glauben entwickeln können

Wahrnehmung
– Tusche und Fingerfarben
– Schminken
– Wassermatschanlage
– Phantasiereisen
– Bällchenbad
– KIM-Spiele (fühlen, riechen, tasten, hören, sehen)
– Versuche und Experimente
– kneten

kreative Kompetenz
– ausprobieren und gestalten
– Materialien vielfältig einsetzen
– Rollenspiele
– Aufträge umsetzen und Phantasie / eigene Ideen einbringen
– Gegenstände konstruktiv zum Spiel einsetzen / umfunktionieren (z.B. Sitzelement in der Halle: dies ist ein Schiff!)
– Umgang mit Farben und Formen zum Ausdruck eigener Gefühle, Wünsche, Sorgen / zum „Bauen“ von Geschichten usw.

Dazu gehören natürlich auch besondere Veranstaltungen wie
– Gruppenreisen
– Feste im Jahresablauf
– Geburtstage
– Projekte (Eltern, Farben, Zirkus, Theater, …)
– Exkursionen
– Übernachtungen
– Ferienprogramm

Unser Bild vom Kind
Wir glauben, dass jedes Kind ein geliebtes Geschöpf ist, dem in seiner Einmaligkeit und seinen unverwechselbaren Wesenszügen Achtung und Zuwendung zusteht. Kinder sind für uns
kompetente Wesen, die individuelles Potential haben. Sie gehen neugierig auf die Welt zu und wollen sie erkunden und erfahren. Wir sind davon überzeugt, dass Kinder wachsen wollen und dies in
ihrem eigenen Tempo machen sollten. Wir ermöglichen den Kindern eine freie Entfaltung. Dies kann nur im Rahmen der Gruppe allgemein verträglich gestaltet werden. Es gilt die berühmte, in der Praxis nicht immer leicht anzuwendende Regel: Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die des Anderen
beginnt. Die Kinder haben bei uns das Recht auf

  • Gleichheit unabhängig von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion, usw.;
  • eine gesunde geistige und körperliche Unversehrtheit, Entwicklung und Förderung;
  • Wärme, Verständnis, Achtung und Fürsorge;
  • Spielen;
  • Selbstbestimmung im Rahmen des Möglichen;
  • gezielte Förderung der Stärken, liebevoller Umgang mit Schwächen und Defiziten, ggf.
    Abbau derselben zur Förderung der positiven Entwicklung des Kindes.

Zur Gestaltung des sozialen Miteinanders gehören auch Pflichten und Regeln, die alle Kinder
und Erwachsene respektieren sollen:

  • wir lassen uns gegenseitig ausreden;
  • keine Gewalt zur Konfliktlösung, keine Waffen im KTH;
  • Aufräumen gehört zum Spielen dazu;
  • Absprachen von Kindern und Erwachsenen einhalten;
  • Ruhezonen beachten;
  • Grenzen des Anderen, ein „Nein!“ oder „Hör damit auf!“ akzeptieren;
  • das KTH nicht verlassen;
  • immer abmelden, wenn man den Gruppenraum verlässt/ woanders spielen möchte oder „abgeholt“ ist;
  • mit den Dingen vorsichtig umgehen;
  • den Anderen achten;
  • Bescheid sagen, wenn etwas kaputt ist.

Ziele unserer pädagogischen Arbeit
Der Alltag im KTH soll für alle Kinder fair, bewegungsaktiv, kooperativ, kommunikativ, motivierend, wahrnehmungsreich, phantasievoll sowie lehrreich sein und neugierig machen. Im KTH sollen die uns
anvertrauten Kinder erfahren, notwendige Konflikte einzugehen, auszuhalten und konstruktiv, kreativ, gewaltfrei und kompromissbereit zu lösen. Dies leben wir ihnen selbst vor. Wir möchten im Konfliktfall hilfreiche Anleitung und Ratge­ber/innen sein, damit die Kinder Fehlverhalten erkennen und um ihren Handlungsspiel­raum zur Konfliktlösung wissen. Wir wollen nicht richten, sondern vermitteln. Die Kinder sollen Lösungen überdenken und mit eigenen Vorschlägen entscheiden, was sie anwenden wollen, um zur Konfliktlösung beizutragen. Ziel ist es, mit den Kindern gemein­sam nach Wegen zu suchen,
Außenseiter zu integrieren – oder besser noch – niemanden zum Außenseiter werden zu lassen.Wir wollen Trauer zulassen, trösten, aber nicht überspielen. Wir wollen Aggression nicht unterbinden, sondern leiten, damit es bei möglichst niemanden zu seelischen oder körper­lichen Schäden kommt. Wir möchten Konflikte nicht mit unserer Autorität unterdrücken, sondern die Kompetenz der Kinder zum positiven Umgang fördern.

Unser Ziel ist es auch, die Kinder auf vielfältige Weise körperlich und geistig in Bewegung zu setzen, denn motorische und geistige Entwicklung hängen eng zusammen. Wir möchten die Kinder dazu anhalten, für sich und andere, für die Dinge, die sie umgeben, Verantwortung zu übernehmen und sorgsam sowie rücksichtsvoll zu sein. Wir wollen Kindern Aufgaben übertragen (die Gruppe „führen“ bei kurzen Ausgängen, Spiel­regeln erklären, Vorbereitung des Frühstücks usw.).

Ein weiteres Ziel besteht darin, die Kinder zur Selbständigkeit zu erziehen. Das betrifft sowohl den lebenspraktischen Bereich (Reinlichkeitserziehung, Tisch decken und abräu­men, selbst an- und ausziehen usw.) als auch Verantwortung für sich und andere zu übernehmen (kleinere Aufgaben erledigen), allein raus zu gehen und das Erkennen der eigenen Vorlieben und Wünsche sowie die Durch­setzung eigener Ideen.

Wir wollen die Wahrnehmung der Kinder fördern. Sie sollen sich bewusst und aufmerksam in der Welt bewegen und die Welt und das Leben mit allen Sinnen erfahren.

Wir möchten Fragen aufwerfen und zur Findung von Antworten konstruktiv beitragen. Besonders gilt dies für den Bereich der Identitätsfindung. Welche Rollen werden an Jungen und Mädchen herangetragen? Welche möchte ich spielen und welche nicht? Kinder sollen auch ihre Rolle und Position in der Gruppe finden und/ oder verändern lernen: mal klein sein dürfen, mal groß sein dürfen, anderen helfen und
„etwas für die Gruppe“ tun.

Wir möchten unsere Regeln transparent machen und deren Einhaltung fördern. Wir wollen den Kindern die Erkenntnis ermöglichen, dass die Einhaltung der Regeln andere schützt, und ihnen selbst Schutz und Entfaltung ermöglichen. Wir verbinden die Nichtein­haltung von Regeln mit für die Kinder nachvollziehbaren Sanktionen.

Wir wollen unterstützen, wo Kinder Grenzerfahrungen motorischer, sozialer oder emotionaler Natur
machen. Wir wollen helfen, ein stabiles Selbstkonzept und die Stärkung des Ichs zu fördern. Die Erweiterung der eigenen Handlungskompetenz, aber auch eine gesunde Frustrationstoleranz hilft, die Stärkung der Persönlichkeit zu fördern.

Wir zielen darauf ab, dass Kinder bei ihrer „Selbstverwirklichung“ das Du, ihr Gegenüber, den Mitmenschen nicht aus dem Auge verlieren. Dazu gehört die Begleitung bei den vielfältigen Erfahrungen des Rücksichtnehmens, des „Wartenmüssens“, das Aushalten der Schwächen des Anderen und der eigenen Ungeduld. Toleranz, Wertschätzung, Einfüh­lungsvermögen sind dabei Tugenden, die wir den Kindern vermitteln möchten.

Die Kinder sollen ein gesundes Maß an eigenem Durchsetzungsvermögen und Rück­sichtnahme in der Gruppe entwickeln. Das Leben von Individualität und Gemeinschaft erfordert eine vielfältige Sozialkompetenz (Kommunikation, Einordnung in die Gruppe, Anderssein zulassen und ausleben, Sanktionen verstehen und annehmen, Frustration aushalten, Geben und Nehmen, Teilen, Streit und Versöhnung), die wir in der Gruppe und im Umgang mit jedem einzelnen Kind herausbilden wollen. Der Lernfall Alltag bietet dazu vielfältige Gelegenheiten.

Wir wollen Phantasie und Kreativität in Farben, Materialien, Formen und Bewegung fördern sowie
musikalisch darstellend (kleine Singspiele/ Musicals, Theatervorstellungen usw.).

Stand: 08/2013